Sauerbraten mit Rotkohl & Kartoffelklößen

Dieser klassische Rheinische Sauerbraten ist ein echtes Herzstück der deutschen Küche – zart geschmortes Rindfleisch, das in einer tiefen, würzigen Sauce aus Wein, Gemüse und feinen Gewürzen langsam zu einem unwiderstehlichen Festmahl wird. Die Sauce bekommt durch Printen, Sultaninen und einen Hauch Zuckerrübenkraut eine typisch rheinische Süße, die perfekt mit der herzhaften Würze des Bratens harmoniert. Dazu gibt es fluffige, selbst gemachte Kartoffelklöße und aromatischen Rotkohl, der das Gericht zu einem vollständigen Sonntagsessen macht. Dieses Rezept ist ideal für Familienessen, Feiertage oder wann immer man sich nach echtem deutschen Hausmannskost sehnt. Wer einmal diesen Sauerbraten auf dem Teller hatte, wird ihn immer wieder kochen wollen.

Vorbereitung
30 Min
🍳
Koch-/Backzeit
3 Std 30 Min
Gesamt
4 Std
Schwierigkeit
Anspruchsvoll
👥
Portionen
4 Pers.
Bewertung
4.8/5 (12)
JM
Rezept von Julia Meier Chefredakteurin & Rezeptentwicklerin Mehr über unsere Redaktion →
Sauerbraten mit Rotkohl & Kartoffelklößen

🧮 Portionsrechner

4 Portionen

🛒 Zutaten

Sauerbraten

1 kg Rinderbraten (z. B. aus der Hüfte oder Schulter)
2 Stück Zwiebeln
1 Zehe Knoblauch
1 Stück rote Paprika
0.5 Stück Möhre
0.5 Stange Lauch
0.5 Knolle Sellerie
500 ml Weißherbst oder Rotwein
500 ml Fleischbrühe
2 EL Öl (zum Anbraten)
1 Prise Salz
1 Prise Pfeffer
1 Prise Zucker

Sauerbraten (rheinische Note, optional)

2 Stück Printen (Lebkuchen)
2 EL Sultaninen
1 EL Zuckerrübenkraut
1 EL Johannisbeergelee

Kartoffelklöße

1 kg mehligkochende Kartoffeln
3 Stück Eigelb
50 g Mehl (Type 405)
100 g Butter
1.5 TL Salz
1 Msp. Muskatnuss (frisch gerieben)

Rotkohl

800 g Rotkohl aus der Dose (traditionelle Art)
1 EL kalte Butter

👨‍🍳 Zubereitung

1

Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein würfeln. Paprika, Möhre, Lauch und Sellerie waschen, putzen und ebenfalls in gleichmäßige, etwa 1 cm große Würfel schneiden. Das Gemüse bereitgestellt auf die Seite legen, damit es beim Anbraten sofort zur Hand ist.

💡 Tipp: Je feiner und gleichmäßiger das Gemüse gewürfelt ist, desto besser gibt es seinen Geschmack an die Sauce ab und desto schöner wird am Ende die Konsistenz der Soße.
2

Öl in einem großen Bräter oder Schmortopf bei hoher Hitze stark erhitzen. Den Rinderbraten rundherum mit Salz und Pfeffer würzen und dann von allen Seiten je 2–3 Minuten kräftig anbraten, bis eine tief braune, aromatische Kruste entsteht. Das Fleisch dabei nicht zu früh bewegen – es löst sich von selbst, wenn es richtig Farbe bekommen hat.

💡 Tipp: Das scharf Anbraten ist entscheidend für den Geschmack der späteren Sauce. Wer diesen Schritt überspringt oder das Fleisch zu früh wendet, verliert viel Röstaroma.
3

Den Braten kurz aus dem Bräter nehmen und beiseitestellen. Im selben Fett Zwiebeln und Knoblauch bei mittlerer Hitze glasig andünsten, dann das restliche Gemüse hinzugeben und alles weitere 3–4 Minuten anschwitzen, bis es leicht Farbe annimmt. Anschließend mit dem Wein ablöschen und den Bratensatz vom Boden lösen.

💡 Tipp: Den Bratensatz unbedingt vom Topfboden lösen – darin steckt ein Großteil des Aromas. Ein Holzlöffel eignet sich dafür besonders gut.
4

Den Braten zurück in den Bräter legen und die Fleischbrühe angießen, sodass das Fleisch etwa zur Hälfte bedeckt ist. Mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken. Den Deckel auflegen und das Gericht bei schwacher bis mittlerer Hitze (ca. 150–160°C im Ofen oder auf dem Herd auf kleiner Flamme) für 2,5 bis 3 Stunden langsam schmoren lassen.

💡 Tipp: Wer den Sauerbraten im Ofen schmoart, erzielt eine gleichmäßigere Hitzeverteilung. Einfach den Bräter bei 160°C Ober-/Unterhitze in den vorgeheizten Ofen stellen.
5

Während der Braten gart, die Kartoffeln schälen und in gleichmäßige Stücke schneiden. In gesalzenem Wasser weich kochen (ca. 20 Minuten), dann abgießen und im Topf kurz ausdampfen lassen, bis keine Feuchtigkeit mehr sichtbar ist. Die Kartoffeln noch heiß durch eine Kartoffelpresse drücken oder fein stampfen – keine Klumpen sollen übrig bleiben.

💡 Tipp: Die Kartoffelmasse muss unbedingt trocken sein, bevor die anderen Zutaten dazukommen. Zu feuchter Teig führt zu Klößen, die beim Kochen auseinanderfallen.
6

Butter in einem kleinen Topf schmelzen und lauwarm abkühlen lassen. Die Eigelbe, das Mehl, die geschmolzene Butter, Salz und frisch geriebene Muskatnuss zur Kartoffelmasse geben und alles zügig zu einem glatten, formbaren Teig verkneten. Der Teig sollte weich, aber nicht klebrig sein – falls nötig, etwas mehr Mehl einarbeiten.

💡 Tipp: Den Teig nicht zu lange kneten, da er sonst zäh wird. Sobald alles gleichmäßig vermengt ist, sofort aufhören und die Klöße formen.
7

Einen großen Topf mit reichlich gesalzenem Wasser zum Kochen bringen, dann auf mittlere Hitze reduzieren – das Wasser soll simmern, nicht sprudelnd kochen. Aus dem Kartoffelteig mit leicht angefeuchteten Händen gleichmäßige Klöße formen (etwa so groß wie eine Faust) und vorsichtig ins Wasser gleiten lassen. Die Klöße sind fertig, wenn sie nach oben steigen und an der Oberfläche schwimmen – das dauert ca. 15–20 Minuten.

💡 Tipp: Einen Probekloß zuerst ins Wasser geben. Falls er auseinanderfällt, etwas mehr Mehl in den restlichen Teig einarbeiten, bevor alle geformt werden.
8

Sobald der Braten zart ist und sich das Fleisch leicht mit einer Gabel teilen lässt, den Braten herausnehmen und in Alufolie gewickelt warm halten. Die Sauce durch ein feines Sieb passieren und zurück in den Topf geben. Für die rheinische Note jetzt Printen (zerbröselt), Sultaninen, Zuckerrübenkraut und Johannisbeergelee in die Sauce einrühren und alles bei mittlerer Hitze 10 Minuten einköcheln lassen, bis die Sauce sämig und aromatisch ist.

💡 Tipp: Wer keine Printen zur Hand hat, kann alternativ etwas Lebkuchengewürz und einen kleinen Butterwürfel einrühren – das sorgt ebenfalls für Bindung und Tiefe.
9

Den Rotkohl in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze 5–10 Minuten erwärmen und dabei gelegentlich umrühren. Zum Schluss die kalte Butter unterrühren – sie sorgt für einen feinen Glanz und ein rundes, buttrig-mildes Aroma. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

💡 Tipp: Wer den Rotkohl aufpeppeln möchte: etwas Apfelsaft, ein Lorbeerblatt oder ein Schuss Rotweinessig machen ihn noch aromatischer.
10

Den Braten in gleichmäßige, ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden und auf vorgewärmten tiefen Tellern anrichten. Jeweils 1–2 Kartoffelklöße daneben platzieren, Rotkohl dazugeben und das Ganze großzügig mit der sämigen Sauce übergießen. Nach Wunsch mit frischer Petersilie garnieren und sofort servieren.

💡 Tipp: Teller kurz im Ofen bei 80°C vorwärmen, damit das Gericht länger warm bleibt – besonders wichtig bei einem so aufwendigen Festessen.

📊 Nährwerte pro Portion

850
kcal
Kalorien
50
g
Protein
45
g
Fett
60
g
Kohlenhydrate
6
g
Ballaststoffe

Nährwerte sind Richtwerte. Prüfe alle Zutaten auf eigene Allergien und Unverträglichkeiten.