Sauerbraten mit Rotkohl & Thüringer Klößen

Dieser klassische Sauerbraten ist ein echtes Herzstück der deutschen Küche – zartes Rindfleisch, das mehrere Tage in einer würzigen Rotwein-Essig-Marinade eingelegt wird und beim Schmoren unwiderstehlich weich und aromatisch wird. Die dunkle Sauce mit Saucenprinten, Rosinen und Johannisbeergelee vereint süße, saure und herzhafte Noten zu einem unvergesslichen Geschmackserlebnis. Dazu gesellen sich samtiger Rotkohl mit Äpfeln und Orangensaft sowie luftige Thüringer Kartoffelklöße mit goldener Brötchenfüllung. Dieses Sonntagsgericht ist perfekt für festliche Familienessen, Feiertage oder wenn man Gästen zeigen möchte, was deutsche Hausmannskost auf höchstem Niveau bedeutet. Wer einmal diesen selbstgemachten Sauerbraten probiert hat, wird verstehen, warum er seit Generationen auf deutschen Tischen seinen Ehrenplatz hat.

Vorbereitung
1 Std 30 Min
🍳
Koch-/Backzeit
2 Std 30 Min
Gesamt
122 Std 30 Min
Schwierigkeit
Anspruchsvoll
👥
Portionen
4 Pers.
Bewertung
4.7/5 (12)
JM
Rezept von Julia Meier Chefredakteurin & Rezeptentwicklerin Mehr über unsere Redaktion →
Sauerbraten mit Rotkohl & Thüringer Klößen

🧮 Portionsrechner

4 Portionen

🛒 Zutaten

Marinade & Braten

1200 g Rinderbraten (Schulter oder Hüfte)
2 Stück Möhren, gewürfelt
1 Stange Lauch, in Ringe geschnitten
400 g Knollensellerie, gewürfelt
3 Stück Zwiebeln, grob geschnitten
10 Stück Wacholderbeeren
5 Stück Gewürznelken
3 Stück Lorbeerblätter
8 Stück Pfefferkörner
2 EL Zucker
2 EL Salz
700 ml Rotwein (kräftig, z. B. Spätburgunder)
120 ml Rotweinessig
3 EL Butterschmalz oder Rapsöl
1 EL Tomatenmark
120 g Saucenprinten oder Lebkuchen (ohne Schokolade), zerbröckelt
60 g Rosinen
1 TL Zuckerrübenkraut
2 EL Johannisbeergelee

Rotkohl

1000 g Rotkohl, fein gehobelt
1 Stück Zwiebel, fein gewürfelt
2 Stück säuerliche Äpfel, geschält und gewürfelt
400 ml Rotwein
250 ml Orangensaft, frisch gepresst
30 ml Apfelessig
Salz, Pfeffer, Zucker und Olivenöl nach Geschmack

Thüringer Klöße

1000 g mehligkochende Kartoffeln
100 g Kartoffelstärke
1 Stück Ei
100 g Weißbrot, in kleine Würfel geschnitten
50 g Butter
Salz und frisch geriebene Muskatnuss nach Geschmack

👨‍🍳 Zubereitung

1

Für die Marinade Möhren, Lauch, Sellerie und Zwiebeln schälen und grob würfeln, Knoblauch pressen. Alles zusammen mit Wacholderbeeren, Nelken, Lorbeerblättern, Pfefferkörnern, Zucker, Salz, Rotwein und Rotweinessig in einem großen Topf zum Kochen bringen. Die Marinade danach vollständig abkühlen lassen – das ist wichtig, damit das Fleisch nicht vorvorgegärt wird.

💡 Tipp: Die Marinade kann bereits am Abend vor dem Einlegen zubereitet werden. Je nach Jahreszeit kann die Einlegezeit variieren: Im Sommer reichen 2–3 Tage, im Winter dürfen es gerne 4–5 Tage sein für ein intensiveres Aroma.
2

Den Rinderbraten von überschüssigen Sehnen und grobem Fett befreien, aber eine dünne Fettschicht ruhig belassen – sie hält das Fleisch beim Schmoren saftig. Das Fleisch in die abgekühlte Marinade legen, sodass es vollständig bedeckt ist, abdecken und 2–5 Tage im Kühlschrank ziehen lassen. Das Fleisch täglich wenden, damit es gleichmäßig durchzieht.

💡 Tipp: Verwende am besten einen wiederverschließbaren Gefrierbeutel oder eine passende Auflaufform mit Deckel. So lässt sich das Fleisch problemlos wenden, ohne zu kleckern.
3

Nach der Marinierzeit das Fleisch herausnehmen und mit Küchenpapier gründlich trocken tupfen – nur so entsteht später eine schöne, kräftige Kruste. Die Marinade durch ein Sieb gießen und das Gemüse separat auffangen; den Fond aufbewahren. Das Fleisch rundherum mit Salz und Pfeffer würzen.

💡 Tipp: Fleisch, das nicht trocken getupft wird, dampft beim Anbraten statt zu bräunen. Dieser Schritt ist entscheidend für die spätere Röstaroma-Bildung.
4

Butterschmalz oder Rapsöl in einem schweren Schmortopf (z. B. aus Gusseisen) auf hoher Hitze erhitzen, bis es leicht zu rauchen beginnt. Den Braten von allen Seiten je ca. 3 Minuten scharf anbraten, bis er rundum eine dunkelbraune Kruste hat. Das Tomatenmark dazugeben, kurz mitrösten, dann das abgetropfte Marinadegemüse und das Zuckerrübenkraut hinzufügen und kurz anschwitzen.

💡 Tipp: Nicht zu viel auf einmal in den Topf geben und den Braten beim Anbraten nicht bewegen – nur so bilden sich die Röststoffe, die der Sauce später ihre Tiefe geben.
5

Den aufgefangenen Marinadenfond nach und nach angießen, bis das Fleisch etwa zur Hälfte bedeckt ist. Den Topf mit einem Deckel verschließen und den Braten bei mittlerer bis niedriger Hitze ca. 2 Stunden schmoren lassen. Das Fleisch alle 30 Minuten wenden und bei Bedarf etwas Fond nachgießen, damit der Topfboden nicht trocken fällt.

💡 Tipp: Der Braten ist gar, wenn er sich mit einer Gabel leicht auseinanderziehen lässt und beim Hineinstechen klarer Saft austritt. Wer einen Ofenschmortopf hat, kann auch bei 160°C Ober-/Unterhitze im Backofen schmoren – das ist noch gleichmäßiger.
6

Das gegarte Fleisch aus dem Topf nehmen, in Alufolie wickeln und ruhen lassen. Den Schmorfond durch ein feines Sieb streichen und in den Topf zurückgeben. Saucenprinten, Rosinen und Johannisbeergelee einrühren, alles aufkochen und ca. 10 Minuten einköcheln lassen. Die Sauce mit einem Stabmixer cremig pürieren und mit Salz, Pfeffer und einem Spritzer Essig abschmecken.

💡 Tipp: Sollte die Sauce zu dünn sein, einfach etwas länger einkochen. Zu dick? Einen Schuss Brühe oder Wasser einrühren. Die Saucenprinten ersetzen eine extra Mehlschwitze und sorgen gleichzeitig für das typisch süß-würzige Sauerbraten-Aroma.
7

Für den Rotkohl die Zwiebelwürfel in etwas Olivenöl in einem großen Topf bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Den fein gehobelten Rotkohl und die Apfelwürfel dazugeben und unter Rühren ca. 5 Minuten anschwitzen, bis der Kohl leicht zusammenfällt. Mit Rotwein, Orangensaft und Apfelessig ablöschen, mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker würzen und zugedeckt bei niedriger Hitze ca. 1 Stunde weich dünsten.

💡 Tipp: Rotkohl schmeckt am nächsten Tag noch besser! Wer kann, bereitet ihn am Vortag zu und lässt ihn über Nacht durchziehen. Einfach vor dem Servieren wieder erwärmen.
8

Für die Thüringer Klöße die Kartoffeln in der Schale kochen, abpellen, noch heiß durch eine Kartoffelpresse drücken und vollständig auskühlen lassen. Die Weißbrotwürfel in Butter goldbraun rösten und beiseitestellen. Zur ausgekühlten Kartoffelmasse Stärke, Ei, Salz und frisch geriebene Muskatnuss geben und alles rasch zu einem glatten, formbaren Teig verkneten.

💡 Tipp: Die Kartoffeln müssen vollständig ausgekühlt sein, bevor die Stärke untergemischt wird – sonst klebt der Teig zu stark und die Klöße fallen im Wasser auseinander.
9

Den Kloßteig in 12 gleich große Portionen teilen. Jede Portion flach drücken, einige Brötchenwürfel in die Mitte legen und das Fleisch darum gleichmäßig schließen. Die Klöße zu glatten, runden Kugeln formen und leicht in Kartoffelstärke wälzen, damit sie beim Kochen nicht aneinanderkleben. In einem großen Topf mit reichlich gesalzenem Wasser zum Kochen bringen, die Klöße hineingeben, die Hitze reduzieren und 15–20 Minuten ziehen lassen, bis sie an der Oberfläche schwimmen.

💡 Tipp: Das Wasser darf nach dem Einlegen der Klöße nicht mehr sprudelnd kochen – nur leise simmern. Zu starkes Kochen lässt die Klöße zerfallen. Sie sind gar, wenn sie komplett oben schwimmen.
10

Zum Servieren den Braten in gleichmäßige, nicht zu dünne Scheiben schneiden und auf vorgewärmten Tellern anrichten. Je 2–3 Klöße dazulegen, eine großzügige Portion Rotkohl daneben geben und die dunkle, glänzende Sauce über das Fleisch löffeln. Wer mag, garniert mit einem kleinen Zweig Thymian oder etwas frischer Petersilie.

💡 Tipp: Warme Teller sind beim Sauerbraten Pflicht – das Gericht kühlt sonst schnell aus. Einfach kurz vor dem Anrichten mit heißem Wasser ausspülen oder für 2 Minuten in den warmen Backofen stellen.

📊 Nährwerte pro Portion

950
kcal
Kalorien
55
g
Protein
45
g
Fett
70
g
Kohlenhydrate
8
g
Ballaststoffe

Nährwerte sind Richtwerte. Prüfe alle Zutaten auf eigene Allergien und Unverträglichkeiten.