Laugenbrezel-Schnittchen mit Obatzda & Radi

Wer einmal selbst gebackene Laugenbrezeln probiert hat, kauft sie kaum noch fertig – die Kruste knackt beim Aufschneiden hörbar, und der Teig duftet nach frischem Backhaus. Belegt mit cremigem Obatzda aus gereiftem Camembert, Butter und einem Schuss dunklem Bier, entwickelt sich ein würzig-pikanter Aufstrich, der mit Kümmel und Cayennepfeffer eine angenehme Tiefe bekommt. Die hauchdünn geschnittenen Radi-Scheiben setzen einen frischen, leicht scharfen Kontrast dazu – genau diese Kombination macht den Charme einer echten bayerischen Brotzeit aus. Ob als Snack beim Gartenfest, zum Weißbier am Nachmittag oder als Party-Häppchen: Diese Schnittchen verschwinden garantiert als Erste vom Teller.

Vorbereitung
45 Min
🍳
Koch-/Backzeit
20 Min
Gesamt
2 Std 5 Min
Schwierigkeit
Normal
👥
Portionen
4 Pers.
Bewertung
4.3/5 (3)
👨‍🍳
Redaktionell geprüftVier-Augen-Prinzip
⚖️
UnabhängigKeine bezahlten Empfehlungen
🤖
JM
Rezept von Julia Meier Chefredakteurin & Rezeptentwicklerin Mehr über unsere Redaktion →
Laugenbrezel-Schnittchen mit Obatzda & Radi

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4 Portionen

🛒 Zutaten

Laugenbrezel-Teig

500 g Weizenmehl Type 550
7 g Trockenhefe (1 Päckchen)
1 TL Salz
300 ml lauwarmes Wasser
2 EL Natron (für das Laugenbad)
1 TL grobes Meersalz zum Bestreuen

Obatzda

250 g reifer Camembert (Rinde entfernt, Zimmertemperatur)
50 g weiche Butter (Zimmertemperatur)
1 TL Kümmelsamen (leicht angestoßen)
1 Stück kleine rote Zwiebel (fein gewürfelt)
2 EL dunkles Bier (z. B. Märzen oder Export)
1 Prise Cayennepfeffer
Salz und Pfeffer nach Geschmack

Topping

200 g Radi (Rettich) oder Radieschen, hauchdünn geschnitten
1 Bund frischer Schnittlauch

👨‍🍳 Zubereitung

1

Mehl, Trockenhefe und Salz in einer großen Rührschüssel kurz vermischen. Das lauwarme Wasser (ca. 38 °C – wärmer als Körpertemperatur, aber nicht heiß) nach und nach dazugießen und den Teig zunächst mit einem Löffel, dann mit den Händen ca. 10 Minuten kräftig kneten. Der Teig soll am Ende glatt, leicht elastisch und nicht mehr klebrig sein – wenn er noch an den Händen hängt, noch ein bis zwei Esslöffel Mehl einarbeiten. Die Schüssel mit einem feuchten Küchentuch abdecken und den Teig an einem warmen Ort (z. B. neben dem Herd) 60 Minuten gehen lassen, bis er sich sichtbar vergrößert hat.

💡 Tipp: Zu heißes Wasser tötet die Hefe ab – dann geht der Teig gar nicht auf. Im Zweifel lieber etwas kühler als zu heiß, 35–38 °C ist ideal.
2

Während der Teig geht, den Obatzda zubereiten: Den Camembert ohne Rinde mit einer Gabel in einer Schüssel grob zerdrücken – er sollte weich genug sein, um sich gut verarbeiten zu lassen, also wirklich auf Zimmertemperatur gebracht werden. Die weiche Butter, das Paprikapulver, den angestoßenen Kümmel, die fein gewürfelte Zwiebel und das dunkle Bier dazugeben und alles gründlich verrühren, bis eine cremige, leicht stückige Masse entsteht. Mit Salz, Pfeffer und Cayennepfeffer würzen – er soll eine angenehme Schärfe im Abgang haben.

💡 Tipp: Der Obatzda schmeckt deutlich besser, wenn er mindestens 1 Stunde, am besten über Nacht im Kühlschrank zieht. Direkt vor dem Servieren auf Zimmertemperatur bringen, damit er sich gut streichen lässt.
3

Den Backofen auf 220 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. In einem breiten Topf 1 Liter Wasser aufkochen und das Natron einrühren – Vorsicht, die Mischung schäumt kurz stark auf. Das Natron-Wasser bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis die Brezel-Teiglinge darin getaucht werden. Das Laugenbad sorgt für die typische dunkle Bräune und den leicht herben Laugengeschmack der Brezel.

💡 Tipp: Verwende einen Topf aus Edelstahl oder Emaille, kein beschichtetes Kochgeschirr – Natron greift Antihaft-Beschichtungen an.
4

Den gegangenen Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche kurz durchkneten und in 12–16 gleich große Portionen teilen. Jede Portion zu einer ca. 10 cm langen Stange oder einem flachen ovalen Fladen formen – für Schnittchen eignen sich längliche Formen am besten, weil sie sich später gut aufschneiden und belegen lassen. Die geformten Teiglinge kurz ruhen lassen, während das Laugenbad fertig köchelt.

💡 Tipp: Forme die Stücke gleichmäßig dick, damit sie gleichmäßig backen. Sehr dünne Stellen werden hart und trocken, zu dicke Stellen bleiben innen teigig.
5

Jeden Teigling mit einer Schaumkelle oder einem Sieb-Löffel vorsichtig in das köchelnde Natron-Wasser gleiten lassen und genau 30 Sekunden darin lassen – dabei einmal wenden. Gut abtropfen lassen und auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech platzieren. Sofort mit grobem Meersalz bestreuen, solange die Oberfläche noch feucht ist, damit das Salz haftet.

💡 Tipp: Halte die 30 Sekunden genau ein – länger macht die Oberfläche zu dick und die Brezel schmeckt zu stark nach Lauge, kürzer reicht nicht für die typische Bräunung.
6

Das Blech in den vorgeheizten Ofen (220 °C, mittlere Schiene) schieben und die Brezel-Stücke 15–18 Minuten backen. Die Oberfläche soll tief mahagonibraun und glänzend sein – nicht nur hellgolden, sonst fehlt der typische Laugen-Charakter. Aus dem Ofen nehmen und auf einem Gitter mindestens 10 Minuten auskühlen lassen, damit die Kruste richtig durchknuspern kann.

💡 Tipp: Frisch aus dem Ofen sind die Brezeln noch leicht weich. Erst nach dem Abkühlen entwickeln sie die knusprige Kruste – zu früh schneiden lässt sie einsinken.
7

Den Radi (oder Rettich) auf einem Gemüsehobel oder mit einem scharfen Messer in hauchdünne, fast transparente Scheiben schneiden – ca. 1–2 mm dünn. Wer mag, kann die Scheiben kurz mit einer Prise Salz marinieren und 5 Minuten ziehen lassen, dann werden sie etwas weicher und milder im Geschmack. Den Schnittlauch in feine Röllchen schneiden.

💡 Tipp: Ein Gemüsehobel macht hier wirklich einen Unterschied: Zu dicke Radi-Scheiben dominieren den Biss und überdecken den Obatzda.
8

Die abgekühlten Brezel-Schnittchen mit einem Brotmesser der Länge nach halbieren. Die untere Hälfte großzügig mit dem Obatzda bestreichen – ruhig 1–1,5 cm dick auftragen, nicht zu sparsam. Die Radi-Scheiben dachziegelartig darüber legen und mit Schnittlauch-Röllchen bestreuen. Die obere Brezel-Hälfte entweder aufsetzen oder als offenes Schnittchen servieren.

💡 Tipp: Die Schnittchen am besten direkt nach dem Belegen servieren, damit die Brezel-Kruste nicht durch den feuchten Obatzda aufweicht. Für Partys: Obatzda und Radi separat bereitstellen und Gäste selbst belegen lassen.

📊 Nährwerte pro Portion

650
kcal
Kalorien
22
g
Protein
35
g
Fett
55
g
Kohlenhydrate
4
g
Ballaststoffe

Nährwerte sind Richtwerte. Prüfe alle Zutaten auf eigene Allergien und Unverträglichkeiten.