Brennnessel-Cremesuppe mit Ziegenkäse-Nocken

Diese samtig-grüne Frühlingssuppe holt das Beste aus jungen Brennnesselblättern heraus: mild-erdig, frisch und mit einer angenehmen Tiefe, die du von einem schlichten Wildkraut kaum erwartest. Die Kartoffel bindet alles zur cremigen Konsistenz, ohne dass du Mehl brauchst – die Suppe bleibt dabei leuchtend grün wie ein frischer Frühlings­rasen. Oben schwimmen luftige Ziegenkäse-Nocken, die beim Einrühren leicht schmelzen und die Suppe mit milder Säure und cremigem Schmelz bereichern. Ein Schuss Walnussöl und ein paar grob gehackte geröstete Walnüsse darüber machen aus diesem Teller eine Vorspeise, die auch auf einem Frühlings­menü bestehen kann. Wer Brennnesseln im eigenen Garten oder auf dem Markt findet, sollte dieses Rezept unbedingt ausprobieren – es lohnt sich wirklich.

Vorbereitung
20 Min
🍳
Koch-/Backzeit
25 Min
Gesamt
45 Min
Schwierigkeit
Normal
👥
Portionen
4 Pers.
👨‍🍳
Redaktionell geprüft von Erik Eggerth · 27.05.2026
JM
Rezept von Julia Meier Chefredakteurin & Rezeptentwicklerin Mehr über unsere Redaktion →
Brennnessel-Cremesuppe mit Ziegenkäse-Nocken

🧮 Portionsrechner

4 Portionen

🛒 Zutaten

Für die Suppe

200 g junge Brennnesselblätter, verlesen
2 Stück Schalotten
2 Zehen Knoblauch
1 EL Butter
150 g mehligkochende Kartoffel
800 ml Gemüsebrühe
100 ml Sahne
1 Prise Muskatnuss, frisch gerieben
1 TL Zitronensaft
1 Prise Salz
1 Prise Pfeffer

Für die Ziegenkäse-Nocken

150 g milder Ziegenfrischkäse
1 Stück Eier
40 g Mehl
1 EL Schnittlauch, fein gehackt

Zum Servieren

2 EL Walnussöl
1 EL Walnüsse, grob gehackt

👨‍🍳 Zubereitung

1
  • 200 g junge Brennnesselblätter, verlesen
  • 1 Prise Muskatnuss, frisch gerieben

Sortiere die Brennnesselblätter sorgfältig aus – verwende dabei unbedingt Handschuhe oder eine Zange, denn die Brennhaare sind auch bei frischen Blättern aktiv. Wasche die Blätter gründlich unter kaltem Wasser und lass sie gut abtropfen. Schon beim Waschen siehst du, wie intensiv grün und frisch die Blätter sind – genau das soll am Ende die Suppe färben.

💡 Tipp: Nur die obersten 4–6 Blattpaare der Brennnessel verwenden – die sind zart und haben das feinste Aroma. Ältere Blätter weiter unten am Stiel schmecken herb und können die Suppe bitter machen.
2
  • 200 g junge Brennnesselblätter, verlesen

Bringe in einem mittelgroßen Topf reichlich Wasser zum Kochen und salze es leicht. Wirf die Brennnesselblätter hinein und blanchiere sie exakt 30 Sekunden – die Brennhaare werden dabei sofort unschädlich gemacht, und die Farbe bleibt intensiv grün. Hebe die Blätter mit einer Schaumkelle heraus und schrecke sie sofort in einer Schüssel mit sehr kaltem Wasser ab, damit die Farbe fixiert wird. Anschließend gut ausdrücken: Die Blätter sollen möglichst trocken sein, sonst verwässert später die Suppe.

💡 Tipp: Keine Angst vor dem Blanchieren: Nach 30 Sekunden im heißen Wasser ist die Brennwirkung vollständig weg. Länger kochen lohnt sich nicht – das kostet nur Farbe und Aroma.
3
  • 2 Stück Schalotten
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 EL Butter
  • 150 g mehligkochende Kartoffel
  • 1 EL Schnittlauch, fein gehackt

Schäle die Schalotten und den Knoblauch und schneide beides fein. Die Kartoffel schälen und in etwa 1 cm große Würfel schneiden – gleichmäßige Größe ist hier wichtig, damit alles gleichzeitig gar wird. Erhitze die Butter in einem großen Topf bei mittlerer Hitze, bis sie leicht schäumt, und dünste die Schalotten und den Knoblauch darin 3–4 Minuten glasig an – sie sollen weich und leicht golden werden, aber nicht bräunen.

💡 Tipp: Wer den Geschmack runder mag, kann die Schalotten etwas länger bei niedriger Hitze caramelisieren lassen – das gibt der Suppe eine milde Süße, die gut zur leicht herben Brennnessel passt.
4
  • 800 ml Gemüsebrühe

Gib die Kartoffelwürfel in den Topf und dünste sie 2 Minuten mit an, bis sie leicht glänzen. Gieße dann die Gemüsebrühe an und bringe alles bei mittlerer bis hoher Hitze zum Kochen. Reduziere die Hitze und lass die Kartoffeln 12–15 Minuten bei schwachem Sieden köcheln, bis sie sich mit einer Gabel mühelos durchstechen lassen und leicht zerfallen – genau diese weiche Konsistenz ist entscheidend für eine seidige Suppe.

💡 Tipp: Mehligkochende Kartoffeln sind hier wichtig: Sie binden die Suppe ohne Mehl und geben eine cremige, schwere Textur. Festkochende Kartoffeln würden die Suppe körnig und wässrig lassen.
5
  • 200 g junge Brennnesselblätter, verlesen

Gib die ausgedrückten Brennnesselblätter in den Topf und lass sie 2–3 Minuten bei niedriger Hitze mitziehen – nicht länger, sonst verliert die Suppe ihre leuchtende Farbe. Nimm den Topf vom Herd und püriere den Inhalt mit einem Stabmixer direkt im Topf mindestens 2 Minuten lang, bis eine wirklich glatte, samtige Creme entsteht. Die Suppe sollte jetzt ein sattes, tiefes Grün haben – fast wie Erbsensuppe, aber frischer.

💡 Tipp: Für eine besonders feine Konsistenz kannst du die pürierte Suppe durch ein feines Sieb passieren. Das braucht 2–3 Extra-Minuten, lohnt sich aber für besondere Anlässe.
6
  • 100 ml Sahne
  • 1 Prise Muskatnuss, frisch gerieben
  • 1 TL Zitronensaft
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Pfeffer

Stelle den Topf zurück auf niedrige Hitze und rühre die Sahne ein. Schmecke die Suppe mit Muskatnuss, Salz, Pfeffer und 1–2 TL Zitronensaft ab – die Zitrone ist kein Dekoration: Sie hebt das Aroma der Brennnessel spürbar an und lässt die Suppe frischer wirken. Die fertige Suppe sollte die Konsistenz einer leicht dickflüssigen Velouté haben – sie fließt langsam vom Löffel, ist aber nicht breiig.

💡 Tipp: Gib die Sahne erst nach dem Pürieren dazu und erhitze die Suppe danach nicht mehr stark – sonst kann die Farbe ins Gräuliche kippen. Sanftes Erwärmen reicht völlig.
7
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Pfeffer
  • 150 g milder Ziegenfrischkäse
  • 40 g Mehl
  • 1 EL Schnittlauch, fein gehackt

Für die Nocken den Ziegenfrischkäse, das Ei, das Mehl und den Schnittlauch in einer Schüssel mit einer Gabel gut verrühren, bis eine homogene, leicht klebrige Masse entsteht. Mit Salz und Pfeffer würzen. Die Masse sollte weich genug sein, um sich mit zwei Teelöffeln formen zu lassen, aber fest genug, um ihre Form zu halten – in etwa wie weicher Quark. Falls die Masse zu weich ist, noch 1–2 TL Mehl unterrühren.

💡 Tipp: Der Ziegenfrischkäse sollte Zimmertemperatur haben, damit er sich gleichmäßig mit dem Ei verbindet. Kalter Käse direkt aus dem Kühlschrank bildet Klumpen und macht die Nocken ungleichmäßig.
8

Bringe in einem kleinen Topf leicht gesalzenes Wasser zum Sieden – nicht sprudelnd kochen, sondern sanft köcheln bei etwa 85–90 °C. Stich mit zwei Teelöffeln Nocken von der Käsemasse ab (ähnlich wie Quenelles) und lass sie vorsichtig ins Wasser gleiten. Gare die Nocken 3–4 Minuten, bis sie an die Oberfläche steigen und sich fest anfühlen, wenn man leicht daran drückt. Mit einer Schaumkelle herausneben und kurz auf Küchenpapier abtropfen lassen.

💡 Tipp: Unbedingt bei niedriger Temperatur garen: Sprudelndes Kochwasser zerfetzt die empfindlichen Nocken. Das ist der häufigste Fehler bei diesem Schritt – lieber zu wenig Hitze als zu viel.
9
  • 2 EL Walnussöl
  • 1 EL Walnüsse, grob gehackt

Wärme die Suppe auf etwa 70–75 °C an – sie soll heiß, aber nicht kochend sein. Verteile sie gleichmäßig auf vier vorgewärmte tiefe Teller (im Backofen kurz bei 80 °C warmstellen). Setze 2–3 Nocken pro Teller mittig auf die Suppe und beträufle alles mit jeweils einem halben Teelöffel Walnussöl. Verteile zum Schluss die grob gehackten, gerösteten Walnüsse darüber.

💡 Tipp: Das Walnussöl niemals erhitzen – es verliert bei Wärme sein nussiges Aroma fast vollständig. Erst kurz vor dem Servieren über die bereits angerichtete Suppe geben, damit der Duft beim Aufsetzen des Tellers voll entfaltet wird.
10

Wer möchte, garniert die Suppe noch mit ein paar ganz jungen Brennnesselspitzen oder feinen Kräuterblättchen wie Petersilie oder Pimpinelle – das macht optisch viel her und kostet kaum extra Zeit. Sofort servieren, denn die Nocken nehmen nach und nach Flüssigkeit auf und werden weicher. Am schönsten schmeckt die Suppe, wenn die Nocken noch leicht warm und fest sind und beim ersten Löffel sanft nachgeben.

💡 Tipp: Die Suppe lässt sich gut 1–2 Tage im Kühlschrank aufbewahren und schmeckt aufgewärmt genauso gut. Die Nocken aber immer frisch zubereiten – sie werden beim Lagern in der Suppe zu weich und zerfallen.
🥄

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📊 Nährwerte pro Portion

330
kcal
Kalorien
11
g
Protein
24
g
Fett
15
g
Kohlenhydrate
4
g
Ballaststoffe

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