Vietnamesische Sommerrollen mit Garnelen

Diese frischen Sommerrollen – auf Vietnamesisch Gỏi cuốn – sind das Gegenteil von schwer und mächtig: knackiges Gemüse, zarte Garnelen mit einem Hauch Karamell und frische Kräuter, alles eingewickelt in hauchdünnes Reispapier. Der cremige Erdnuss-Hoisin-Dip dazu ist süßlich-nussig, leicht säuerlich durch Limettensaft und passt so gut zu den Rollen, dass am Tisch garantiert nichts übrig bleibt. In meiner Küche mache ich diese Rollen am liebsten für Sommerabende mit Freunden – sie sind leicht vorzubereiten, sehen auf der Platte wunderschön aus und schmecken so frisch, als wäre man gerade in Hanoi. Das Rollen selbst braucht zwei, drei Versuche bis es sitzt, aber danach geht es schnell von der Hand.

Vorbereitung
30 Min
🍳
Koch-/Backzeit
15 Min
Gesamt
45 Min
Schwierigkeit
Normal
👥
Portionen
4 Pers.
👨‍🍳
Redaktionell geprüft von Julia Meier · 15.05.2026
TR
Rezept von Thomas Richter Redakteur Internationale Küche Mehr über unsere Redaktion →
Vietnamesische Sommerrollen mit Garnelen

🧮 Portionsrechner

4 Portionen

🛒 Zutaten

Sommerrollen

12 Stück Reispapierblätter (ca. 22 cm Ø)
100 g Reisnudeln (Vermicelli / Bún)
300 g rohe Garnelen, küchenfertig (ca. 24 Stück)
1 Stück Karotte (ca. 100 g)
1/2 Stück Salatgurke (ca. 150 g)
5 Blätter Kopfsalat oder Eisbergsalat
1 Bund Frühlingszwiebeln
1 Bund frischer Koriander
1 Bund frische Minze oder Thai-Basilikum
1 EL Erdnussöl
1 TL Zucker
1 EL Fischsauce

Erdnuss-Hoisin-Dip

100 g cremige Erdnussbutter
100 ml Hoisin-Sauce
2 EL Wasser (plus mehr nach Bedarf)
1 Stück Limette, Saft davon
1 EL Sojasauce
1 Zehe Knoblauch, fein gerieben
1 TL geröstete Erdnüsse, gehackt (zum Garnieren)
1/2 TL Chiliflocken oder Sriracha (optional, für Schärfe)

👨‍🍳 Zubereitung

1
  • 100 g Reisnudeln (Vermicelli / Bún)
  • 2 EL Wasser (plus mehr nach Bedarf)

Die Reisnudeln in eine hitzebeständige Schüssel geben und mit kochendem Wasser bedecken. Etwa 5–7 Minuten einweichen, bis sie weich, aber noch leicht bissfest sind – sie sollen nicht matschig werden. Danach abgießen, sofort mit kaltem Wasser abschrecken und gut abtropfen lassen. Die abgeschreckten Nudeln verhindern, dass das Reispapier später aufweicht.

💡 Tipp: Reisnudeln garen sich schneller als du denkst. Lieber nach 5 Minuten probieren – sie sollen zart, aber nicht klebrig sein. Nach dem Abschrecken kurz mit etwas Sesamöl vermischen, damit sie nicht zusammenkleben.
2
  • 1 Stück Karotte (ca. 100 g)
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • 2 EL Wasser (plus mehr nach Bedarf)

Karotte und Gurke in feine Julienne-Streifen schneiden, etwa 5 cm lang und so dünn wie ein Streichholz. Die Gurke hat relativ viel Wasser – das weiche Kerngehäuse vorher mit einem Löffel herausschaben, damit die Rollen nicht durchweichen. Frühlingszwiebeln in dünne Ringe schneiden. Salatblätter waschen, trocknen und die harten Mittelrippen herausschneiden.

💡 Tipp: Eine Mandoline macht die Julienne-Streifen gleichmäßig dünn und schnell. Wer keine hat: Ein scharfes Messer und etwas Geduld reichen völlig aus.
3
  • 1 Bund frischer Koriander
  • 1 Bund frische Minze oder Thai-Basilikum

Koriander und Minze (oder Thai-Basilikum) waschen, die Blätter einzeln abzupfen und auf einem Teller bereitstellen. Frische Kräuter machen den entscheidenden Unterschied bei Sommerrollen – sie geben Frische und ein leicht anisartiges Aroma, das man bei keinem anderen Gericht so direkt schmeckt. Alle vorbereiteten Zutaten ordentlich nebeneinander auf dem Arbeitsbereich aufstellen, damit das Rollen flüssig von der Hand geht.

💡 Tipp: Lege alle Füllzutaten in kleinen Schälchen oder Häufchen direkt vor dir bereit – wie eine Mise en place. Das spart beim Rollen Zeit und verhindert, dass das eingeweichte Reispapier zu lange wartet und reißt.
4
  • 300 g rohe Garnelen, küchenfertig (ca. 24 Stück)
  • 1 EL Erdnussöl
  • 1 TL Zucker
  • 1 EL Fischsauce
  • 2 EL Wasser (plus mehr nach Bedarf)

Erdnussöl in einer Pfanne bei mittlerer bis hoher Hitze erhitzen. Die Garnelen in einer einzigen Schicht hineinlegen und 1–2 Minuten pro Seite braten, bis sie komplett rosa und leicht gebogen sind. Dann Zucker und Fischsauce direkt in die Pfanne geben und etwa 1 Minute weiterrühren, bis eine leicht karamellisierte, glänzende Schicht entsteht. Die Garnelen auf einem Teller abkühlen lassen und anschließend der Länge nach halbieren.

💡 Tipp: Garnelen sind gar, wenn sie sich zu einem lockeren C formen – ein enges O bedeutet, sie sind übergegangen. Lieber 30 Sekunden früher raus als zu spät. Das Karamellisieren mit Zucker und Fischsauce gibt den Garnelen eine leicht süßlich-salzige Glasur, die klassisch vietnamesisch ist.
5
  • 100 g cremige Erdnussbutter
  • 100 ml Hoisin-Sauce
  • 2 EL Wasser (plus mehr nach Bedarf)
  • 1 EL Sojasauce
  • 1 Zehe Knoblauch, fein gerieben
  • 1/2 TL Chiliflocken oder Sriracha (optional, für Schärfe)

Für den Dip Erdnussbutter, Hoisin-Sauce, Limettensaft, Sojasauce und geriebenen Knoblauch in einem hohen Gefäß oder einer kleinen Schüssel zusammenrühren. Das Wasser esslöffelweise unterrühren, bis der Dip die Konsistenz von dickflüssigem Joghurt hat – er soll schön cremig zum Dippen sein, aber nicht so dünn, dass er vom Löffel läuft. Wer Schärfe mag, jetzt Chiliflocken oder Sriracha einrühren. Mit gehackten Erdnüssen bestreuen und bis zum Servieren kühl stellen.

💡 Tipp: Hoisin-Sauce variiert je nach Marke stark in der Süße. Probiere den Dip durch und balanciere mit einem Spritzer mehr Limette (saurer), einem Schuss Sojasauce (salziger) oder einem halben TL Zucker (süßer) nach.
6
  • 2 EL Wasser (plus mehr nach Bedarf)

Eine flache Schüssel oder ein tiefes Teller mit warmem Wasser füllen (ca. 40–45 °C – nicht kochend). Ein Reispapierblatt flach ins Wasser legen und etwa 10–15 Sekunden einweichen, bis es weich, biegsam und leicht durchsichtig wird. Es darf beim Herausnehmen noch minimal fest wirken – es wird auf dem Teller weiter weichen. Auf ein leicht feuchtes Schneidbrett oder einen feuchten Teller legen.

💡 Tipp: Häufiger Fehler: Das Reispapier zu lange einweichen, bis es komplett schlaff ist. Dann reißt es beim Rollen sofort. Lieber etwas früher rausnehmen – es soll sich noch anfühlen wie weiches Leder, nicht wie nasse Folie.
7
  • 100 g Reisnudeln (Vermicelli / Bún)
  • 300 g rohe Garnelen, küchenfertig (ca. 24 Stück)
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • 2 EL Wasser (plus mehr nach Bedarf)

Auf das untere Drittel des Reispapiers, etwa 4 cm vom unteren Rand entfernt, zuerst 2–3 halbe Garnelen mit der rosaroten Seite nach unten legen – sie werden später durch das Papier sichtbar und geben der Rolle ihr schönes Aussehen. Darüber eine kleine Portion Reisnudeln, einige Karotten- und Gurkenstreifen, ein Stück Salatblatt sowie Frühlingszwiebeln und Kräuterblätter schichten. Die Füllung nicht zu großzügig bemessen – eine Schicht von etwa 2 cm Höhe ist ideal, sonst reißt das Papier beim Aufrollen.

💡 Tipp: Das Salatblatt wie eine Hülle um die anderen Füllzutaten legen – es hält alles zusammen und verhindert, dass die Nudeln beim Aufrollen auseinanderfallen.
8
  • 2 EL Wasser (plus mehr nach Bedarf)

Den unteren Rand des Reispapiers straff über die Füllung klappen, dann beide Seiten nach innen falten (wie bei einem Burrito). Jetzt die Rolle fest und gleichmäßig nach oben aufrollen – der Druck muss gleichmäßig bleiben, sonst entstehen Luftblasen oder die Rolle rollt sich unförmig. Fertige Rollen mit der Naht nach unten auf einen Teller legen, leicht voneinander entfernt, damit sie nicht aneinander kleben. Mit einem leicht feuchten Küchentuch abdecken.

💡 Tipp: Die ersten ein, zwei Rollen sehen vielleicht nicht perfekt aus – das ist völlig normal. Ab der dritten geht es deutlich leichter. Wenn die Rolle reißt, einfach ein zweites Reispapier darum wickeln.
9
  • 100 ml Hoisin-Sauce
  • 2 EL Wasser (plus mehr nach Bedarf)

Alle Sommerrollen auf diese Weise fertigstellen – aus den angegebenen Mengen entstehen etwa 8–12 Rollen, je nach Füllmenge. Fertige Rollen niemals übereinander stapeln, da sie sonst aneinanderkleben und beim Trennen reißen. Am besten noch am selben Tag servieren, da die Reispapierrollen über Nacht im Kühlschrank zäh werden. Zum Servieren die Rollen auf einer Platte anrichten und den Erdnuss-Hoisin-Dip in einer kleinen Schale danebenstellen.

💡 Tipp: Für eine Party können die Rollen bis zu 2 Stunden vorher gerollt werden. Dann jeden einzeln in Frischhaltefolie wickeln und kühl lagern – das hält sie frisch und verhindert, dass sie austrocknen.
🥄

Du hast das Rezept nachgekocht?

Eine Bewertung dauert 2 Sekunden — und hilft anderen, die richtige Wahl zu treffen.

📊 Nährwerte pro Portion

420
kcal
Kalorien
22
g
Protein
18
g
Fett
45
g
Kohlenhydrate
4
g
Ballaststoffe

Nährwerte sind Richtwerte. Prüfe alle Zutaten auf eigene Allergien und Unverträglichkeiten.