Bayerischer Obazda-Kartoffelsalat mit Radieschen

Dieser Kartoffelsalat bringt die ganze Gemütlichkeit eines bayerischen Biergartens direkt auf deinen Tisch: Cremiger Obazda aus reifem Camembert, Butter und doppeltem Paprikapulver zieht in die noch warmen Kartoffelstücke ein und gibt ihnen eine würzig-schmelzende Note, die man so selten findet. Die knackigen Radieschen und frischen Frühlingszwiebeln sorgen für einen kühlen Kontrapunkt zur satten Käsecreme. Kurz vor dem Servieren kommen die goldbraun gerösteten Brezn-Croutons dazu – sie bringen Biss und dieses unverkennbar malzige Brezel-Aroma mit. Das Ergebnis ist deftig, frisch und eindeutig bayerisch: perfekt für einen warmen Sommerabend mit einem kühlen Weißbier in der Hand.

Vorbereitung
30 Min
🍳
Koch-/Backzeit
25 Min
Gesamt
2 Std 55 Min
Schwierigkeit
Einfach
👥
Portionen
4 Pers.
👨‍🍳
Redaktionell geprüft von Erik Eggerth · 22.05.2026
JM
Rezept von Julia Meier Chefredakteurin & Rezeptentwicklerin Mehr über unsere Redaktion →
Bayerischer Obazda-Kartoffelsalat mit Radieschen

🧮 Portionsrechner

4 Portionen

🛒 Zutaten

Obazda

250 g Camembert (zimmerwarm, mit Rinde)
100 g Frischkäse Doppelrahmstufe
50 g weiche Butter
1 Stück kleine Zwiebel
0.5 TL Paprikapulver rosenscharf
1 Msp. Kümmel gemahlen

Salat

800 g festkochende Kartoffeln
150 g Radieschen
2 Stück Frühlingszwiebeln
1 Bund Schnittlauch

Brezn-Croutons

4 Stück Brezeln (ungesalzen, ca. 200 g)
3 EL Olivenöl

Dressing

2 EL weißer Balsamicoessig
1 EL süßer Senf
1 EL Olivenöl
1 Prise Salz
1 Prise Pfeffer

👨‍🍳 Zubereitung

1
  • 250 g Camembert (zimmerwarm, mit Rinde)
  • 100 g Frischkäse Doppelrahmstufe
  • 50 g weiche Butter
  • 1 Stück kleine Zwiebel
  • 1 TL Paprikapulver edelsüß
  • 0.5 TL Paprikapulver rosenscharf
  • 1 Msp. Kümmel gemahlen

Den Camembert aus dem Kühlschrank nehmen und mindestens 30 Minuten auf Zimmertemperatur bringen – er lässt sich dann deutlich leichter zerdrücken und verbindet sich cremiger mit den anderen Zutaten. Sobald er weich genug ist, die Rinde dran lassen und ihn mit einer Gabel grob zerdrücken, bis keine großen Stücke mehr übrig sind. Frischkäse, weiche Butter, fein gehackte Zwiebel, edelsüßes und rosenscharfes Paprikapulver sowie den gemahlenen Kümmel dazugeben. Alles kräftig mit der Gabel oder einem Löffel verrühren, bis eine homogene, leicht körnige Creme entsteht – sie darf noch etwas Struktur haben, sollte sich aber gut aufstreichen lassen.

💡 Tipp: Kein Mixer! Wer den Obazda püriert, verliert die rustikale Textur. Die Gabel ist hier das richtige Werkzeug. Wer es extra würzig mag, kann noch einen Schuss Weißbier (1–2 EL) untermischen.
2
  • 1 TL Paprikapulver edelsüß
  • 0.5 TL Paprikapulver rosenscharf
  • 1 Msp. Kümmel gemahlen
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Pfeffer

Den fertigen Obazda mit Salz und Pfeffer abschmecken, mit Frischhaltefolie abdecken und für mindestens 30 Minuten, besser 2 Stunden, in den Kühlschrank stellen. In dieser Zeit verbinden sich die Aromen – das Paprikapulver entfaltet sich, der Kümmel wird milder und die Masse zieht durch. Direkt nach dem Mischen schmeckt der Obazda noch flach; nach der Ruhezeit hat er seinen typisch kräftigen, vollmundigen Charakter.

💡 Tipp: Wer Zeit hat, bereitet den Obazda am Vorabend zu. Über Nacht wird er deutlich aromatischer – und morgens kann man direkt loslegen.
3
  • 800 g festkochende Kartoffeln

Die Kartoffeln unter fließendem Wasser gründlich schrubben und mit Schale in reichlich Salzwasser geben. Bei mittlerer Hitze 20–25 Minuten kochen, bis ein Holzspieß oder Messer ohne Widerstand in die Mitte gleitet. Abgießen und kurz ausdampfen lassen – dieser Schritt ist wichtig, damit die Oberfläche leicht antrocknet und das Dressing später besser aufgenommen wird. Sobald sie handwarm sind, pellen und in mundgerechte, ca. 2 cm große Stücke schneiden.

💡 Tipp: Die Kartoffeln noch leicht warm verarbeiten, nicht kalt. Warme Kartoffeln saugen die Obazda-Creme und das Dressing viel besser auf als kalte – das macht den Unterschied zwischen gutem und sehr gutem Kartoffelsalat.
4
  • 800 g festkochende Kartoffeln
  • 150 g Radieschen
  • 2 Stück Frühlingszwiebeln
  • 1 Bund Schnittlauch

Während die Kartoffeln kochen, die Radieschen putzen, waschen und nach Belieben in dünne Scheiben (ca. 2–3 mm) oder feine Würfel schneiden. Die Frühlingszwiebeln ebenfalls waschen, das dunkelgrüne Ende kürzen und in feine Ringe schneiden – sowohl das Weiße als auch das Hellgrüne kommt in den Salat. Den Schnittlauch mit einem scharfen Messer fein hacken.

💡 Tipp: Radieschen in Eiswasser legen, wenn du sie etwas knackiger willst. 10 Minuten reichen, um sie wieder frisch und bissfest zu machen, falls sie schon etwas schlapp sind.
5
  • 1 TL Paprikapulver edelsüß
  • 0.5 TL Paprikapulver rosenscharf
  • 4 Stück Brezeln (ungesalzen, ca. 200 g)
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 Prise Salz

Für die Brezn-Croutons die Brezeln in mundgerechte Stücke zerbrechen oder schneiden – etwa 2–3 cm groß. Eine beschichtete Pfanne bei mittlerer Hitze (ca. 160–170 °C Pfannentemperatur, Stufe 5–6 von 9) erhitzen und 2 EL Olivenöl hineingeben. Die Brezelstücke hineingeben und unter gelegentlichem Wenden 4–5 Minuten rösten, bis sie rundum goldbraun und knusprig sind. Sie dürfen ruhig etwas Farbe nehmen – das gibt Röstaromen. Mit einer Prise Salz und Paprikapulver bestreuen und auf einem Küchentuch auskühlen lassen.

💡 Tipp: Ungesalzene Brezeln sind hier Pflicht, sonst wird der Salat zu salzig. Falls du nur gesalzene bekommst, das Salz im restlichen Rezept stark reduzieren. Die Croutons erst ganz zum Schluss unterheben – sonst werden sie weich und verlieren ihren Crunch.
6
  • 3 EL Olivenöl
  • 2 EL weißer Balsamicoessig
  • 1 EL süßer Senf
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Pfeffer

Für das Dressing weißen Balsamicoessig, süßen Senf und 1 EL Olivenöl in einer kleinen Schüssel mit einer Gabel kräftig verrühren, bis eine leicht gebundene, gleichmäßige Vinaigrette entsteht. Die Hälfte des gehackten Schnittlauchs dazugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken – das Dressing soll angenehm säuerlich und leicht süßlich sein, damit es die Obazda-Schwere ausbalanciert.

💡 Tipp: Weißen Balsamico unbedingt verwenden, keinen dunklen. Der dunkle übertüncht die frische Note des Salats und macht ihn optisch braun. Weißer Balsamico hält alles hell und frisch.
7
  • 800 g festkochende Kartoffeln
  • 150 g Radieschen
  • 2 Stück Frühlingszwiebeln

Die noch leicht warmen Kartoffelstücke in eine große Schüssel geben. Den Obazda aus dem Kühlschrank holen und in mehreren Klecksen über die Kartoffeln verteilen. Das Dressing darübergießen und alles vorsichtig unterheben – nicht rühren wie im Topf, sondern mit einem großen Löffel oder Spatel von unten nach oben falten, damit die Kartoffelstücke ganz bleiben. Radieschen und Frühlingszwiebeln dazugeben und nochmals sanft unterheben.

💡 Tipp: Hier passiert häufig der Fehler, dass zu viel gerührt wird – die Kartoffeln zerbrechen und der Salat wird matschig. Lieber dreimal behutsam falten als zehnmal rühren.
8
  • 2 EL weißer Balsamicoessig
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Pfeffer

Den Salat abschmecken und nach Bedarf mit Salz, Pfeffer oder einem Spritzer Balsamicoessig nachziehen. Falls die Masse zu kompakt wirkt, einen kleinen Schluck Weißbier oder etwas Essig dazugeben – das lockert auf. Den Salat kurz bei Zimmertemperatur stehen lassen (ca. 10–15 Minuten), damit die Obazda-Creme leicht anziehen kann. Erst direkt vor dem Servieren die Brezn-Croutons unterheben, damit sie ihre goldene Knusprigkeit behalten.

💡 Tipp: Den fertigen Salat mit dem restlichen Schnittlauch bestreuen und nach Wunsch mit einem kleinen Klecks Obazda obendrauf garnieren – das sieht auf dem Tisch beeindruckend aus und zeigt direkt, was drin steckt.
🥄

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📊 Nährwerte pro Portion

550
kcal
Kalorien
18
g
Protein
38
g
Fett
35
g
Kohlenhydrate
4
g
Ballaststoffe

Nährwerte sind Richtwerte. Prüfe alle Zutaten auf eigene Allergien und Unverträglichkeiten.